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Deutsche in Kanada

Der kanadische Zensus von 2001 bezifferte die Zahl der deutschstämmigen Kanadier auf rund 2,7 Millionen. Die meisten stammen aus deutschen Volksgruppen in Osteuropa und Russland; dazu eine große Zahl aus der Schweiz. Eine weitere große Gruppe sind deutsche Einwanderer, die einige Zeit in den Vereinigten Staaten verbrachten, bevor sie nach Kanada kamen. Hohes Ansehen genießt in Kanada noch heute der aus der Gegend von Nördlingen stammende William Berczy (eigentlich: Johann Albrecht Ulrich Moll), der Mitbegründer von Toronto.

In der Geschichte Kanadas gab es drei große Wellen deutschstämmiger Einwanderer: Nach der britischen Besetzung von Nova Scotia 1713 blieben viele Deutsche, die in der Britischen Armee gedient hatten, als Siedler in der neuen Welt. Bis heute gibt es im südlichen Teil Nova Scotias viele deutsche Orts- und Familiennamen. Nach der amerikanischen Revolution 1776 wanderte wieder eine größere Gruppe Deutscher nach Kanada ein, die für das British Empire gegen die Revolutionäre gekämpft hatten. Die größte Gruppe, die aus den Vereinigten Staaten floh, waren deutschstämmige Mennoniten, die wegen ihres Pazifismus diskriminiert worden waren. Sie ließen sich im südwestlichen Ontario nahe der Siedlung Berlin (heute Kitchener, Ontario) nieder.

mennonitenkinderBauern besiedeln den Westen

Die zweite Welle begann mit der Besiedlung des kanadischen Westens. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wanderten zunehmend deutschstämmige Mennoniten nach Kanada ein, die wegen ihrer Religion verfolgt wurden. Sie ließen sich hauptsächlich in der Prärieprovinz Manitoba nieder, mit deren harten klimatischen Bedingungen sie aufgrund ihrer Erfahrung aus Russland gut fertig wurden, so dass sie zu erfolgreichen Farmern in den Prärieregionen zählen. Besonders bekannt wurden der „Gerstenkönig“ Gerhard Elias und der „Kartoffelkönig“ Walter Kroekes. In der Folge kamen auch Einwanderer aus dem Deutschen Reich, aus den USA und aus Ontario nach Westkanada. 1911 waren allein in der Provinz Saskatchewan (westlich von Manitoba) 14% der Gesamtbevölkerung deutsch. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die dritte Welle.

Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es einen regelmäßigen Einwandererstrom aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Kanada, insgesamt etwa 400 000 deutschsprachige Einwanderer.