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Deutsche in Argentinien

Von Regula Langbehn, Buenos Aires

Es heisst, die Deutschen und Deutschstämmigen bilden etwa ein Prozent der argentinischen Bevölkerung. Wenn man die Volksdeutschen –Wolgadeutsche und Sudetendeutsche– und die Einwanderer aus deutschsprachigen Ländern – Österreicher und Schweizer – mit einrechnet, können es zwei Prozent sein. Weniger als eine Million. Sie sind nicht besonders sichtbar in Argentinien, haben aber Anteil an der argentinischen Kultur, der sich auch in Namen wichtiger Familien ausdrückt – die Frers, die Krauses, die Alemanns, die Bunges, neuerdings die Namen Reutemann, Binner, Kirchner.

Erste Bekanntschaft mit Argentinien haben Deutsche schon während der Eroberungszüge gemacht. So hat Utz Schmidl schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts über seine Erlebnisse im La Plata-Gebiet eine Chronik geschrieben. Ein wichtiger Meilenstein des deutschen Geistes wurde mit den Missionen im Nordosten Argentiniens und in Paraguay errichtet: viele der Jesuitenpatres, die im 18. Jahrhundert als Missionare dort wirkten oder die als Mönche in den Kongregationen arbeiteten, waren Deutsche oder Österreicher. So sind Bauten wie die Kirche San Ignacio in Buenos Aires, das Kloster Santa Catalina in Córdoba, aber auch die Mission San Ignacio unter der Leitung deutscher Bauherren entstanden. Schließlich sind im 18. Jahrhundert einige Militärs der Argentinier Deutsche gewesen, vor allem Rauch. Und auch in dieser Sparte finden sich Geschichtsschreiber: Bert Amerlén hat eine Geschichte des Paraguaykrieges verfasst, die auf deutsch und auf spanisch erschien.

Argentinien, Nationalpark Nahuel HuapiWolgadeutsche gründen Dörfer

Die eigentliche Einwanderung der Deutschen begann nach der Unabhängigkeitserklärung 1810. Sie gewann erste Gestalt mit der Gründung der Evangelischen Kirche 1843 und der angegliederten Gemeindeschule und kam richtig in Gang mit den Kolonisationen um 1870. Hier fanden sich zunächst Schweizer ein, die sich in Santa Fé ansiedelten, dann Wolgadeutsche, die – teils nach Zwischenspielen in Brasilien – in Entre Ríos und im Süden der Provinz Buenos Aires ihre Dörfer gründeten, und später Einwanderungskontingente aus dem bevölkerungsreichen aber armen Hessen und anderen deutschen Ländern.

Im beginnenden 20. Jahrhundert hatte sich eine landbesitzende Schicht gebildet, die den Zustrom der Einwanderer ausbeuteten. Damals kamen Einwanderer in die noch wenig besiedelten Nationalterritorien La Pampa und El Chaco, wo die kolonisatorischen Bedingungen schwierig waren, zumal die Kolonisation in dürren und heuschreckengeplagten Jahren stattfand. Nur in Misiones war der deutschen Kolonisation in diesen Jahren Erfolg beschieden. Die im Lauf eines halben Jahrhunderts entstandenen deutschsprachigen Gemeinschaften sind sehr langsam mit Kirchen und Schulen ausgestattet worden, wobei in vielen Ortschaften der evangelische Glaube als Differenz zur der katholischen Umwelt das verbindende Element bildete. Die argentinische Politik förderte, vor allem in den Schulen, die Assimilation, und erzwang sie nach der Kriegserklärung 1944.

In der Hauptstadt Buenos Aires hatte sich im Laufe des 19. Jhs. eine wohlhabende deutsche Kaufmannskolonie gebildet, viele Kaufleute waren gleichzeitig Landbesitzer, die an der Landnahme in den diversen Provinzen teil hatten. Im 20. Jahrhundert aber kamen immer neue Wellen armer und ärmster Einwanderer aus Europa, wobei es sich meist nicht um bäuerliche Bevölkerung handelte, sondern um verarmte Städter, die bestenfalls ein Handwerk ausüben konnten. Diese Neueinwanderer aus deutschen Ländern konnten auf dem Lande keine Existenz aufbauen und strömten entweder in die Heimat zurück, oder nach Buenos Aires, wo sie sich möglichst schnell assimilierten. Einige ländliche Ziele, die Sierras de Córdoba und die Gegend um Bariloche, am Fuss der Anden, sind weiterhin von Deutschen bevorzugt worden, sei es um dort zu siedeln, oder um Erholung dort zu suchen.

Zeitungen, Theater, Musik

In der Hauptstadt war über viele Jahre ein eigenständiges Kulturleben in deutscher Sprache lebendig, das mit Chören um 1860 einsetzte und mit Theatern bis ca. 1970 weiterlebte. Es gab zwei große deutsche Zeitungen, von denen noch eine als Wochenblatt existiert, es gab eine reiche Palette an deutschen Schulen, die bis heute, teils mit Unterstützung des deutschen Staates, Sprachkenntnisse zu erhalten oder zu vermitteln suchen, und im Ansatz eine eigene kleine argentiniendeutsche Literatur. Der Schwerpunkt dieser Bestrebungen ist mit Ende des II. Weltkrieges aus dem Lot gekommen. Es machten sich im Kulturleben und in der Wissenschaft einige neu zugewanderte Nazis breit – der Dürerverlag druckte in Buenos Aires bis Mitte der sechziger Jahre apologetische Schriften dieser Richtung – und die enorme Bereicherung, die Argentinien durch die Zuwanderung von rassisch und politisch Verfolgten hätte erfahren können, wurde nicht in dem Maß rezipiert, wie es sinnvoll gewesen wäre. Das Musikleben, immer schon eine Domäne der deutschen Gemeinschaft in Buenos Aires, hat hiervon jedoch sichtbar profitiert: wichtige Lehrer, Chorleiter und Dirigenten haben hier gewirkt.

Die Vielfältigkeit der Tätigkeiten, die hier noch heute und mit Beziehung auf den deutschen Hintergrund von Deutschstämmigen ausgeübt werden, kann nur angedeutet werden. Zahlreiche Vereine pflegen, neben den Schulen und Kirchen, die aus Deutschland kommenden Traditionen, auch wenn in den seit zwei oder mehr Generationen hier lebenden Familien die Sprache meist verloren geht.

 

 


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