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Das Richtfest ist ein schöner deutscher Brauch, mit dem der Bauherr seinen Dank an die Handwerker und alle anderen am Bau eines neuen Hauses beteiligten Helfer zum Ausdruck bringt. Es wird gefeiert, wenn der Rohbau fertiggestellt und der Dachstuhl errichtet ist. Auf das Dach wird der grüne, mit bunten Bändern geschmückte Richtkranz (auch Richtkrone genannt) hochgezogen. Der Meister der Zimmerleute trägt den Richtspruch oder Zimmermannsspruch vor. Damit bedankt er sich im Namen aller Handwerker beim Bauherrn für Arbeit, Lohn und Brot und bittet um Gottes Segen für das Haus. Der Meister trinkt dazu Schnaps, manchmal Sekt oder Wein, und wirft nach dem Richtspruch das Glas vom Dach. Das leere Glas muss am Boden zerschellen, das bringt Glück und Segen für das neue Haus. Der Bauherr schlägt den letzten Nagel ein und bewirtet alle Handwerker und Gäste mit einem großen Richtschmaus. Meist gibt es Schnitzel, Bratwurst, Schweinshaxe oder andere deftige deutsche Gerichte, dazu Bier. Zum Richtfest werden auch Helfer, Nachbarn, Freunde und Verwandte eingeladen.
Richtkranz
Mit Gunst und Verlaub!
Die Feierstunde hat geschlagen,Ein schönes Werk ist uns gelungen:
Ein solches Werk kann nur geschehen,
Und allen lohnt nach herbem Werken
Stolz und froh ist jeder heute,
Darum wünsche ich, so gut ich’s kann,
Wir bitten Gott, der in Gefahren
Nun nehm’ ich froh das Glas zur Hand,
Das erste Glas der Bauherrschaft:
Den zweiten Schluck dem Architekten,
Nun brauchte man zu allen Zeiten
Nun ist das Glas wohl ausgeleert